Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskelgewebes. Hauptsächliche Auslöser dieser Erkrankung sind Viren (zu 50 Prozent), aber auch Bakterien, Einzeller, Parasiten und Pilze kommen infrage. Diese Erreger können im Rahmen verschiedener Infektionskrankheiten in den Körper gelangen und auf diese Weise den Herzmuskel befallen. Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, haben ein erhöhtes Risiko für eine Myokarditis, denn bei ihnen können sich Infektionen leicht im Körper ausbreiten und auf das Herz übergreifen. Die Immunschwäche kann z. B. Folge einer AIDS-Erkrankung sein oder auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen sein, die das Immunsystem dämpfen. Solche Medikamente werden z. B. nach einer Organtransplantation angewandt, damit der Körper das fremde Organ nicht abstößt.
Dilatation heißt Erweiterung bzw. Vergrößerung. Die
dilatative Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der die Herzkammern und die Herzvorhöfe vergrößert sind. Gleichzeitig ist die Pumpfähigkeit des Herzens eingeschränkt. Dadurch kommt es zu einer Minderversorgung des Organismus und zu den Krankheitszeichen einer Herzschwäche.
Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankung. Pro 100.000 Einwohner treten im Jahr etwa 6 Neuerkrankungen auf, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Das betrifft besonders die Formen der dilatative Kardiomyopathie, bei der keine Entstehungsursache erkennbar ist. Diese Form wird auch
idiopathische (ohne erkennbare Ursache) dilatative Kardiomyopathie genannt. Als ein möglicher Auslöser für eine dilatative Kardiomyopathie wird eine Virusinfektion vermutet, denn bei vielen Betroffenen hat man in Untersuchungen entzündliche Infiltrate im Herzmuskel entdeckt. Außerdem ist bei vielen Betroffenen eine erhöhte Produktion von Immunglobulinen vom Typ IgG (Anti-Körper) vorhanden, was auf eine Aktivierung des Immunsystems durch einen Erreger hinweist.
Bei der hypertrophischen Kardiomyopathie (HCM) handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung des Herzmuskels, bei der die Wand bzw. die Muskulatur der linken Herzkammer verdickt ist. Dabei kommt es dann als Folge dazu, dass die Herzkranzgefäße diesen dicken Muskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen können und der Muskel nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Es werden zwei Formen unterschieden:
- hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) mit Verengung der linken Herzkammer
- hypertrophische nichtobstruktive Kardiomyopathie (HNCM) ohne Verengung der linken Herzkammer
Die ischämische Kardiomyopathie ist eine dilatative Kardiomyopathie, die aus chronischem Sauerstoffmangel des Herzmuskels resultiert.